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Chronik

Baustelle BB

Die Chronik wird in den nächsten Tagen noch aktualisiert.

 

Geschichte der FFW-Durach gegründet im Jahre 1871

Bereits im Jahre 1697 erließ das Stift Kempten für sein Gebiet, insbesondere für die Dörfer und Weiler, eine Feuerordnung. Sie befahl u. a. die Anschaffung von Feuerkübeln.

Genaugenommen dürfte es in Durach schon vor 200 Jahren eine Art von Feuerwehr gegeben haben. Zur Regierungszeit 1760 bis 1785 des Kemptener Fürstabtes Honorius von Schreckenstein wurde bereits eine Feuerschutzordnung erlassen, welche auch für die Gemeinde Durach volle Gültigkeit hatte. Also gab es damals schon eine Art Pflichtfeuerwehr, denn die strengen Verordnungen mußten genau eingehalten werden.

Durach muß auch schon sehr früh im Besitze einer Feuerspritze gewesen sein. Laut Aufzeichnung in einem alten Gemeindebuch im Jahre 1858 wurde durch volle Zustimmung aller Gemeindemitglieder die Anschaffung einer neuen „Feuerwehrmaschine" beschlossen, als Ersatz für eine alte und nicht mehr taugliche Handspritze. Das Gemeindeprotokoll von damals bezeugt große Einmütigkeit. Dieses Gerät kostete 1000 Goldmark. Die Kosten hierfür wurden auf alle Haushalt und Wohnhäuser umgelegt. Aber schon zur selben Zeit gab eine private Feuerversicherungsgesellschaft einen respektablen Zuschuß für die neue Feuerspritze.

Bereits zehn Jahr vor diesem Zeitpunkt, nämlich laut einem Gemeindebeschluß vom Dezember 1848, war in Durach eine neue Feuerordnung erlassen worden. In dieser wurden Feuerreiter, Spanndienste sowie Handhabung von Feuerleitern und Feuerhaken erwähnt.

Am 1. April 1871 versammelten sich einige Dutzend Bürger einem Aufruf des damaligen Bürgermeisters Notz folgend und gründeten eine organisierte Feuerwehr. In der Gründungsversammlung wurde Bürgermeister Notz zum Vorstand, Alois Mair zum Kommandanten, Otto Börmann zum Kassier und Lehrer Rufeisen zum Schriftführer gewählt. Der Feuerwehrverein Durach war der dritte im damaligen Bezirksamt Kempten. Etwa 50 Bürger der Gemeinde traten sofort in den aktiven Dienst der Feuerwehr. Fünf Jahre leitete Bürgermeister Notz den Verein zusammen mit den Kommandanten Alois Mair, Ludwig Fink, Xaver Mayer und Johann Kleinheinz. Letzterer war 20 Jahre lang Kommandant und später gleichzeitig elf Jahre lang Vorstand, bevor er 1895 Bezirksvertreter für den Feuerwehrverband Kempten - Land wurde und auch dieses Amt über 20 Jahre innehatte. Sein Nachfolger in Durach wurde noch einmal ein Bürgermeister, nämlich Georg Rigal, für die Jahre 1893 bis 1899.

Bereits im November 1873 erhielt der junge Verein durch eine Stiftung der Duracher Jungfrauen eine Vereinsfahne, die durch den damaligen Ortspfarrer Johann Nepomuk Gebhart den kirchlichen Segen erhielt. 1894 bekam die Feuerwehr eine neue Vereinsfahne, für die in der Gemeinde die damals beachtliche Summe von 350 Mark gesammelt worden war. Wegen der großen räumlichen Entfernung zwischen den Ortsteilen wurde am 1. Juni 1876 in Bodelsberg eine eigene Löschgruppe gegründet und für diese sogleich eine neuzeitliche Saug- und Druckspritze erworben. 1896 trennte sich diese Löschgruppe vollständig ab und bildet seither eine eigene selbständige Feuerwehr.

Schon damals stand die Duracher Wehr auf dem modernsten Ausbildungs- und Ausrüstungsstand, was die Gemeindeverwaltung von Jahr zu Jahr höhere Summen für die Anschaffung von Spritzen, Leitern und Schlauchmaterial kostete. Doch weil vermutlich die Aktivität zu wünschen übrig ließ, wurde die Feuerwehr unter Leitung von Vorstand und Kommandant Johann Kleinheinz in eine Pflichtfeuerwehr umgewandelt, die 1893 bereits 79 Mitglieder zählte. In den folgenden Jahren erübrigte sich diese Maßnahme dank des zunehmenden Eifers der Feuerwehrmänner wieder, so dass bald nur noch eine Löschgruppe pflichtmäßig aufrechterhalten wurde, während sich daneben mehrere freiwillige Rotten - wie es damals hieß - bildeten. 1903 ist die letzte Pflichtfeuerwehrgruppe neben sieben Rotten unter je einem Rottenführer im Protokoll erwähnt. Im Jahr davor hatte man wieder eine vierrädrige Saug- und Druckspritze für den damals stolzen Preis von 1.670 Mark gekauft. Dadurch wurde aber nun das Feuerlöschgerätehaus, ein Stadel neben dem Pfarrhof, endgültig zu klein; die neu erworbene Spritze mußte im Pfarrhof untergebracht werden! Also beschloß der Gemeindeausschuß in einer Sitzung am 13. November 1904 den Bau eines neuen eigenen Feuerwehrhauses. Bisher waren diese Pläne immer am Geldmangel gescheitert, doch nun war die Gelegenheit günstig, da die Gemeinde zur Kirchenrestaurierung das nötige Holz zur Aufstellung des Gerüstes kaufen und dieses Holz anschließend zum Bau des Feuerwehrhauses verwenden wollte. Das Grundstück befand sich teils schon im Eigentum der Ortsgemeinde Durach, teils wurde es von der Pfarrpfründe erworben. So wurde 1908 das neue Feuerlöschgerätehaus gebaut, in das dann auch eine neue zweirädrige, mechanische Ausziehleiter, die man auch in die Höhe ausziehen konnte, hineinpaßte.

Feuerwehrhaus3 klein

Im Jahre 1925 erhielt dann das Feuerwehrhaus auch einen Schlauchtrockenturm, der allerdings bereits nach vier Jahren im Dezember durch einen orkanartigen Sturm aus seiner Verankerung gerissen wurde. Nach seiner Wiederaufstellung stand er aber dann besser und zwar solange, bis ihn die Bagger 1985 wegen des Neubaus umwarfen.
Schlauchtrockenturm des Feuerwehrhauses
    
Feuerwehrgerätehaus Durach

    Feuerwehrhaus2 klein   Feuerwehrhaus alt

    
Feuerwehrhaus Durach

1926 trennten sich die Feuerwehrmänner von Weidach zu einer eigenen Abteilung. Diese bestand über 40 Jahre, bis man sich wieder mit der Duracher Wehr vereinigte, denn die weiter fortschreitende Technisierung mit immer teureren, aber auch schneller einsatzbereiten Geräten verlangten die Konzentrierung auf einen Einsatzpunkt.

Die folgenden Jahre brachten der Freiwilligen Feuerwehr Durach weitere Verbesserung ihrer Einsatzkraft durch Anschaffung moderner Geräte. So wurde 1927 eine erste Motorspritze von Magirus - Deutz gekauft.

Zur Beförderung von Spritze und Mannschaft diente ab 1931 ein großer Achtzylinder -Mercedes - Benz - Personenkraftwagen, damals „Kaiserwagen" genannt! 1930 schließlich installierte die Gemeinde gleichzeitig mit dem Bau einer Hochdruckwasserversorgung im Ortsbereich 15 Hydranten. Während all dieser Jahre, nämlich von 1918 bis Dezember 1937, war Johann Mayr Kommandant und Vorstand der Feuerwehr. Sein Verdienst war es zum großen Teil, die damals technisch hervorragende Ausrüstung seiner Wehr immer auf dem neuesten Stand zu haben, und man nannte ihn deshalb auch im Dorf den „Feuerwehr - Mayr". Leider wurde er 1937 seines Amtes enthoben; sein Nachfolger Schmiedemeister August Sailer war nach der damaligen Reichsverordnung „Haupttruppführer". Er hatte die schwierige Aufgabe, seine sich durch Fronteinsatz und Kriegsopfer immer mehr verkleinernde Wehr trotzdem Tag und Nacht einsatzbereit zu halten. Denn: bei jedem Alarm hatten der Kommandant und je eine Löschgruppe in Bereitschaft zu sein, um bei einem eventuellen Luftangriff sofort in Einsatz treten zu können. Für den Aufenthalt dieser Bereitschaftsgruppe diente ein unter der Erde gebauter, von oben gut abgedeckter Bunker in der Nähe des Feuerlöschgerätehauses.

Nach Kriegsende übernahm Josef Zeller die Führung der Feuerwehr als Kommandant, Johann Leither war sein Stellvertreter. Am 5. Mai 1946 feierte man das 75-jährige Gründungsfest, bei der August Sailer zum Ehrenkommandanten ernannt wurde. Ein Jahr später wählten die Männer der Feuerwehr Johann Leither zum Vorstand und ernannten auch ihn zum Ehrenkommandanten. Unter seiner Verantwortung versuchte man 1951 ein neues Mannschaftsfahrzeug mit einschiebbarer Tragkraftspritze zu bekommen. Das gelang auch, in dem man einen gebrauchten LKW der Marke Borgward zu einem Löschfahrzeug umbauen ließ. Sechs Jahre später mußte Leither sein Amt als Kommandant wegen eines Kriegsleidens abgeben, blieb jedoch noch 10 Jahre Vorstand, bis er 1967 aus dem aktiven Dienst ausschied und zum Ehrenvorstand ernannt wurde. Die Gemeinde ehrte Johann Leither für seine vielfältigen Verdienste 1993 mit dem Ehrenkrug unter großer Anteilnahme verschiedenster Vereine. Johann Wüst, bisher Löschmeister und Gruppenführer, war sein Nachfolger als Kommandant und Vorstand.

1964 endlich erhielt die Feuerwehr ein nagelneues Löschfahrzeug mit voller Ausrüstung und konnte sich - dank großer Spenden - auch neu uniformieren. 1971 war das große Jubiläumsjahr der Feuerwehr. Unter Bürgermeister Siegfried Deubler beschaffte der Gemeinderat als Geschenk zum 100. Geburtstag wieder ein neues Löschfahrzeug - LF 16/TS. Außerdem trug man den gestiegenen und erschwerten Anforderungen Rechnung und stattete die Wehr mit schwerem Atemschutz und Sprechfunkgeräten aus. Im Sommer beging die Gemeinde den runden Geburtstag mit einem großem Fest. Im Feuerlöschgerätehaus wurde ein Mannschaftsraum neu eingerichtet, der auch zu Unterrichtszwecken und Verwaltungsrats- sitzungen diente.

Die folgenden Jahre brachten der Feuerwehr eine ständige Erweiterung ihrer Aufgaben. Die Zunahme des Verkehrs und damit der Autounfälle im Durchreise- und Ferienland Allgäu, die Verarbeitung von neuen Materialien, die sich bei hohen Temperaturen in hochgiftige Bestandteile lösen, die Umstellung vieler Heizanlagen auf Öl- und später Gasfeuerungs - anlagen, machten es nötig, daß sich Feuerwehrmänner bei ihren Einsätzen neuen Gefahren für sich, die Menschen der Umgebung und der Umwelt zu stellen und zu wehren hatten. Dementsprechend wuchs auch die Anzahl der Geräte, die angeschafft werden mußte.

Unter dem seit 1972 tätigen Kommandanten Karl Drexel und seinen Männern wurde bald nach der 110-Jahresfeier 1981, die wieder sehr festlich begangen wurde, erkannt, daß es dringend notwendig sei, ein neues Feuerlöschgerätehaus zu haben, das den modernen Anforderungen genüge. Das alte Feuerwehrhaus, vor 78 Jahren als Holzkonstruktion errichtet, platzte aus allen Nähten. Neue Geräte, die notwendig waren, da das Landratsamt Oberallgäu der Duracher Wehr bei Katastrophen (z. B. Ölunfälle) überörtliche Aufgaben zugeteilt hatte, konnten nicht mehr untergebracht werden.

Der Gemeinderat stand dem Wunsch der Feuerwehr nicht abgeneigt gegenüber, und so beschloß er unter Bürgermeister Deubler in seiner Sitzung vom 17. Oktober 1983 den Bau eines neuen Feuerlöschgerätehauses mit einem Schlauchtrockenturm. Die Planung und Bauleitung wurde Architekt Engelbert Steigerwald übertragen. Nach Abriß des alten Hauses im März 1984 begann man sofort mit dem Neubau und zum 1. April 1985 war das neue Feuerwehrhaus fertiggestellt. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr trugen dabei wesentlich zur raschen Fertigstellung bei, leisteten sie doch insgesamt 2.100 Arbeitsstunden und 100 Maschinenstunden Eigenleistung.

Vom 14. bis 16. Juni 1985 fand die feierliche Einweihung statt. Der Hauptfesttag war ein Sonntag, der mit einem Festgottesdienst begann. Ehrengäste, Feuerwehrmänner, Fahnenabordnungen, auch von den Nachbarwehren, die Musikkapelle, eine große Gästeschar und viele Bürger der Gemeinde marschierten anschließend zum neuen Haus, wo Kommandant Drexel durch Bürgermeister Herbert Seger der Schlüssel zur Nutzung übergeben wurde.

Die Gemeinde verfügt nun über eines der modernsten und auf dem neuesten Stand der Technik eingerichteten Feuerwehrhäuser der Gegend. Dies ist auch nötig, denn wie sehr die Feuerwehr gefordert sein kann, zeigen Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit, wie der Großbrand in der Flughalle im November 1986, und ein Jahr später der Brand in der Nudelfabrik Sinz. Diese spektakulären Einsätze, die bis in die großen Medien gelangten, das sind jedoch nur ein kleiner Teil des Einsatzes der Feuerwehr. Ein Vielfaches an Arbeitsstunden verlangen die kleinen Einsätze, die Fortbildung, die Wartung der Maschinen, die Begleitung von Veranstaltungen und vor allem die Übungen, die notwendig sind zur Erlangung jener automatischen Sicherheit in der Beherrschung von Material und Gefahrensituationen im Notfall. Johann Wüst verstarb 1984. Damit endete seine langjährige Tätigkeit bei der Feuerwehr und in der Öffentlichkeit. 1983 wurde er mit dem Ehrenkrug der Gemeinde für sein vielfältiges öffentliches Wirken ausgezeichnet.

Am 10 März 1989 gab Kommandant Drexel die Führung der Duracher Wehr ab, nachdem er zum Kreisbrandrat berufen wurde. Zum neuen Kommandanten wurde Max Buchmann gewählt, zum Stellvertreter wurde Rudolf Zick, und Karl Drexel bekleidete nunmehr das Amt des Vorstandes.

Am 7. Mai 1991 verjüngte sich die Führungsmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Durach erneut. Vorstand ist seither Hannes Sommerauer, Kommandant Rudolf Zick, stellvertretender Kommandant Willi Heinzelmann. Im Jahre 1993 wurde entsprechend dem Beschluß des Gemeinderates für 398.000 DM ein Löschfahrzeug 16/12 angeschafft und feierlich übergeben. Beschlossene Sache ist bereits, daß die Freiwillige Feuerwehr Durach zum großen 125. Jubiläumsfest um Sommer 1996 einen neuen Mannschaftswagen bekommen wird.

Ende des Jahres 1994 gehörten 86 aktive Kameraden, sowie 60 Passive und 9 Ehrenmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Durach an.

2017  Feuerwehr Durach